Motor regenerieren Teil 2

Zunächst muss der Motor natürlich aus dem Rahmen heraus. Hierbei gibt es eigentlich keine besonderen Hindernisse zu beachten, außer dass das Öl natürlich am besten vorher abgelassen wird. Das Öl bleibt übrigens in der linken Motorhälfte (Schalthebel und Kickstarterseite) etwas „hängen“, wenn die korrekte Füllmenge eingehalten wurde. Man sollte das Moped also etwas kippen, um alles heraus zu bekommen.

Man beginnt man damit, die Zündung (Polrad und Grundplatte) abzubauen. Ich habe sie dann mit einem Kabelbinder am Rahmen „zwischengelagert“. Das kleine Antriebsritzel von der Welle abziehen und auch das Kabel von der Leerlaufkontrolle nicht vergessen.

Dann geht es an der Kupplungsseite weiter: hier braucht die Kupplung nicht komplett auseinander genommen werden! Die Kupplungsscheiben können im Kupplungskorb verbleiben. Zum Zusammendrücken der Federn habe ich eine 9er Nuss mit einer Kerbe rechts und links versehen. Mit dieser Nuss auf einem Steckschlüssel drückt man nun die Federn herunter und schiebt den kleinen Sicherungsstift mit einem Nagel oder so heraus. Achtung: die Dinger sind echt winzig!

Das Primärritzel abzuschrauben ist etwas knifflig, da man es festlegen muss. Ich habe eine Wasserpumpenzange verwendet und kann das nicht empfehlen! Besser ist es (wenn man nicht dieses Spezialding hat), an der Polradschraube auf der anderen Seite der Kurbelwelle eine Kontermutter aufzusetzen und hier gegenzuhalten. Mit der Zange gibt es schnell Macken am Ritzel. Wenn man nichts anderes hat, muss man auf jeden Fall ein Tuch oder ähnliches zum Schutz zwischen Ritzel und Zange legen!

Macht am besten von jedem Schritt ein Foto, damit man beim Zusammenbau noch einmal den korrekten Zustand überprüfen kann.

Sind die Hohlwelle, der Kupplungskorb und das Primärritzel entfernt, geht es auf der anderen Motorseite weiter. Hier zunächst die Abdeckungen an Antriebs- und Kurbelwelle entfernen und alle Schrauben am Block lösen.

Nun kann man das Werkzeug zum Spalten des Motos (hier für die KR51/2) ansetzen, oder wie ich beim ersten Mal Holzkeile verwenden, um die beiden Motorhälften zu trennen. Mit den Holzkeilen ging es ganz gut, es braucht nur sehr viel mehr Zeit als mit dem Motorspalter.

Wichtige Tipps:

1. Auch die KR 51/1 hat anscheinend verschiedene Motorvarianten! Im Modelljahr 1979 wurde der Motor der S50 verbaut. Dieser hat hinten auch unten eine Motoraufhängung, da er in der S50 anders aufgehängt ist. Ich hatte dies nicht bedacht und die falsche Mitteldichtung gekauft. Hier im Bild sieht man die Dichtung der KR51/1, die unten abgerundet ist. Mein Motor ist unten eher eckig und hat dort auch noch eine Hülse für eine Schraube. Also erst schauen, welcher Motor verbaut ist!

2. Auch das „Profi-Schrauben-Set“ muss natürlich dem Motor entsprechen. Ich hatte das für die KR 51/1 bestellt und dadurch eine Schraube zu wenig im Paket.

Weitere Tipps im nächsten Artikel…

Autor: tloschen

Geboren 1967 in Oldenburg(OL) wohne ich seit 1993 in Rheda-Wiedenbrück. Neben meiner Arbeit als Grafik-Designer male ich, fahre Rad, jogge und schraube an Autos und meiner Simson Schwalbe. Hier berichte ich über meine Erfahrungen mit dem Moped und seiner Restauration.

3 Kommentare

  1. Hallo,

    ich habe genau die selbe Erfahrung gemacht.Bei mir lag dann auch die „runde“ Dichtung auf dem eckigen Motor.

    Kann jemand sagen, ob es Unterschiede gab bezüglich der Verwendung einer Papierdichtung. In einigen Anleitungen wird nur von Dichtmasse gesprochen.

    Gruß,
    Thomas

  2. Hallo Thomas,
    Du solltest immer eine Papierdichtung verwenden. Zusätzlich habe ich die Dichtmasse „Hylomar“ eingesetzt, wobei ich glaube, dass es eigentlich unnötig ist – es schadet aber auf keinen Fall. Die Dichtmasse aber nur für die Mitteldichtung des Motors verwenden, am Zylinderfuss reicht die Papierdichtung (hier ist ja auch nicht so viel Öl im Spiel).
    Nachdem ich mit der falschen Dichtung dastand und wieder auf eine Lieferung warten musste, habe ich auch gedacht, dass ich jetzt einfach nur mit Hylomar abdichte. Davon wurde mir aber abgeraten – warte also lieber, bis du eine passende Papierdichtung hast und benutze diese.

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